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Europa 01/12/2020

Alemania: Kartoffel-Schädling verbreitet sich zunehmend in der Region

Der Drahtwurm, eine Schnellkäferart, verbreitet sich immer mehr in Baden-Württemberg. Landwirte im Landkreis Karlsruhe klagen, dass ihnen alternative Möglichkeiten zu Pflanzenschutzmitteln fehlen.

Einen Kartoffelkeller hat heute kaum noch jemand. Aber auf dem Speiseplan der Deutschen ist die Kartoffel immer noch ein fester Bestandteil. 55 Kilogramm werden jedes Jahr pro Kopf verbraucht. Gekauft werden die meisten in 2,5-Kilogramm-Netzen im Supermarkt — makellos und gewaschen, im besten Fall aus der Region.

Die Kartoffelbauern in Baden-Württemberg sehen diese Selbstverständlichkeit für die Verbraucher in Gefahr. „Die Larve einer Schnellkäferart, im Volksmund als Drahtwurm bekannt, hat sich in Baden-Württemberg weit verbreitet und durchlöchert die Kartoffeln im Boden“, teilen die Akteure der Baden-Württembergischen Kartoffelwirtschaft in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Sowohl konventionelle als auch biologisch wirtschaftende Betriebe stünden vor der gleichen Herausforderung. Bestehende Wirkstoffe gegen den Schädling müssten solange erhalten bleiben, bis es „anderweitige Lösungen“ gebe, so ihre Forderung.

„Die Probleme sind hier nicht so extrem ausgeprägt wie in anderen Regionen“, sagt Uwe Lengert vom Lindenhof in Stutensee. Hauptkultur seines Betriebs ist die Kartoffel. Er baut jährlich etwa drei Hektar Früh- und circa 25 Hektar Spätkartoffeln an. Die Hälfte der Fläche wird mit Sorten für die Chipsindustrie angebaut, die restliche Fläche mit Speisekartoffelsorten.

Boden wird vor der Bewirtschaftung mit Kartoffeln gepflügt

Lengert dezimiert den Drahtwurm bislang mit dem Prinzip der Fruchtfolge und einer „intensiven Bodenbearbeitung“. In einem Vier-Jahres-Rhythmus kommen bei ihm Kartoffeln in die Felder, davor wird der Boden komplett gepflügt. „Das ist aber nur bei uns in der Ebene möglich“, gibt er zu bedenken. Es gebe Regionen, wo man beispielsweise wegen Erosionsgefahr überhaupt nicht pflügen dürfe.

Zudem hat der Lindenhof-Landwirt die Möglichkeit, seine Flächen künstlich zu bewässern. Ein Vorteil, wenn die Böden bedingt durch den Klimawandel immer trockener werden. Denn der Drahtwurm mag die Feuchtigkeit. „Bei Trockenheit ist die Kartoffel für ihn die letzte Möglichkeit an Wasser zu kommen“, erklärt Lengert, warum der Schädling immer mehr auf die Kartoffel kommt.

„Aber auch das Bewässern ist wieder vielen Leuten ein Dorn im Auge“, ärgert sich der Landwirt. Einerseits wolle man keine Pflanzenschutzmittel mehr, andererseits dürfte es trotzdem keine Mängel am Produkt geben. Leistungsstarke chemische Pflanzenschutzmittel sind in der deutschen Landwirtschaft seit 2015 verboten.

Ein effektives Mittel gegen den Drahtwurm, so Lengert, sei das Pflanzenschutzmittel Fipronil gewesen, das heute zum Schutz von Bienen nur noch bedingt eingesetzt werden darf. „Kartoffelblüten werden aber von Bienen überhaupt nicht angeflogen“, sagt er. Und gleichzeitig werde das Mittel unbehelligt bei Hunden und Katzen gegen Flöhe und Zecken eingesetzt.

„Im Gegensatz zu früher haben wir heute nur homöopathische Mittel“, kritisiert Lengert, dass gerade das Insektensterben auf dem Rücken der Landwirtschaft ausgetragen werde. „Die Versorgungssicherheit wird in den Hintergrund gedrängt“, findet er. Weniger Autos, weniger Flüge und vor allem weniger bebaute Flächen würden weit mehr fürs ökologische Gleichgewicht bewirken.

„Pflanzenschutzmittel werden generell als schlecht erachtet“, sagt auch Werner Kunz, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes. Die Landwirtschaft habe aber besonders bei Kartoffeln, Raps und Zuckerrüben mit Schädlingen zu kämpfen, die durch den Klimawandel auch vermehrt aus Südeuropa kämen. „Das Fatale ist, dass man Mittel auslaufen lässt, ohne eine andere Lösung parat zu haben“, erklärt er die Not der Bauern, die oft nach einem Jahr Arbeit aufgrund der Schäden mit leeren Händen da stünden.

Viele Rübenbauern haben bereits aufgegeben

Als „besonders krasses Beispiel“ nennt Kunz die Zuckerrübe. „Eine wirtschaftliche Produktion ist bei uns kaum noch möglich“, sagt er. Während früher das Saatgut gebeizt, also mit Mitteln behandelt wurde, haben heute Schädlinge wie der Rüsselkäfer und Läuse freie Bahn. Der Zuckergehalt in der Rübe sinke durch den Befall drastisch. In der Region um Heidelberg und Mannheim hätte bereits die Hälfte der Rübenbauern aufgegeben. „Wir wollen Pflanzenschutzmittel reduzieren, aber dort einsetzen, wo es eben nicht anders geht“, sagt Kunz.

Gerade der Beizstoff sei in anderen EU-Ländern durch Notfallzulassungen zwischenzeitlich wieder erlaubt. „Darauf drängen wir in Deutschland auch“, sagt Kunz. Ansonsten würden ganze Kulturen von den Äckern verschwinden und womöglich durch einen extensiven Mais- und Getreideanbau ersetzt. „Das widerspricht der Vielfalt in den Kulturen und befriedigt auch niemand“, sagt er.

Und Bio? „Ist bei Raps und Rüben extrem schwierig, weil die Ertragsrisiken so hoch sind“, erklärt der Vorsitzende der Bauern. Der Preis für Bio-Zuckerrüben sei dreieinhalb mal so hoch wie bei konventionellen. In der Folge würden günstigere Produkte aus dem Ausland auf den Markt kommen.

Auch in der Nachbarschaft auf der linken Seite des Rheines geht es den Landwirten nicht anders. „Wir stehen dem Schädling alternativlos gegenüber“, sagt Carina Wittmann, Geschäftsführerin der Erzeugergemeinschaft „Pfälzer Grumbeere“.

Es habe durchaus schon Flächen mit 80 Prozent Ernteausfällen durch den Drahtwurm gegeben. „Das Problem ist, dass diese Kartoffeln mit schwarzen Pusteln keiner will“, sagt sie. „Die kann man aber durchaus essen, wenn man einmal mehr drüber schält.“ Eine Aufgabe sei es deshalb auch, die Verbraucher dafür zu sensibilisieren.

Fuente: https://bnn.de/karlsruhe/kartoffel-schaedling-verbreitet-sich-zunehmend-in-der-region


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